Geburtsbericht der Füchsin – Teil 3

Mittlerweile ist Samstag – Tag 4 im Krankenhaus. Ich kann euch schon mal beruhigen, bald ist Sie da – die junge Frau Fuchs 😉

Die Nerven lagen blank. So langsam, oder eher schneller, hatte ich keine Lust mehr. Die Tabletten halfen absolut nicht. Also wurde besprochen, wir machen mit einem Gel weiter. Nachdem man dieses Gel in Position gebracht hat, darf man sich (ich weiß es nicht mehr ganz genau, es hat sich wie eine Ewigkeit angefühlt) circa eine Stunde nicht mehr bewegen. Als Schwangere ein Drama, wenn ein Medizinball die ganze Zeit auf eine ständig gefüllte Blase gedrückt…

Wie soll es auch anders sein, habe ich außer ein leichtes Ziehen im Rücken nichts gemerkt. Auch das CTG war unauffällig. Oh man, wieso hab ich mir so etwas angetan… Nicht die Schwangerschaft sondern die Einleitung. Einmal und nie wieder. Das stand für mich und meinen Freund jetzt schon fest.

Natürlich hat sich an diesem Tag auch nichts mehr gerührt und ich durfte weiter das super leckere Essen und die extrem bequemen Betten im Krankenhaus genießen. Ich hoffe ihr versteht meinen Sarkasmus.

SONNTAG! TAG 5! F Ü N F !

Mit wenig Motivation bin ich an diesem Morgen aufgewacht. Meinen Freund habe ich wieder früh bestellt, allein sein ist nämlich noch langweiliger – vorallem wenn man sich kaum bewegen darf.

Heute wurde wieder Gel verabreicht. Kenn ich ja mittlerweile schon. Der Schichtwechsel hat auch statt gefunden, nicht nur bei den Hebammen auch bei meiner Mama und meinem Freund. Sie durfte von nun an das Händchen halten und mich belustigen.

„Mama, ich glaub ich hab mich eben eingepinkelt!“

An diesen Satz erinnere ich mich noch als wenn es gestern gewesen ist. Es wurde auf einmal ziemlich nass. Ich habe echt gedacht, ich hätte gepinkelt, weil ich mich ja nicht bewegen durfte und meine Blase echt voll war.

Verkabelt - Copyright: FuchsLiebende

Meine Mama, der Fuchs 😉 , hat direkt geschalten und meinte: „Deine Fruchtblase ist geplatzt.“ Tatsächlich, es hörte nicht mehr auf zu laufen. Sehr lecker, oder? … aber genau so war es.

Die Hebammen hatten alle Hände voll zu tun und so hat sich meine Mama um mich gekümmert. Sie half mir aus den Klamotten, schickte mich auf Toilette und ich zog mich um – eigentlich Quatsch, wurde sowieso wieder alles nass. Sie hat sogar das Bett überzogen, da merkte man den Hebammenmangel, an dem Tag standen einige Geburten an. 

Sofort rief sie meinen Freund an und hat ihn wieder ins Krankenhaus bestellt. Geplatzte Fruchtblase, da ist eine Geburt nicht mehr weit. Endlich hat sich meine fünf Tage lange Tortur gelohnt. Füchschen, wir freuen uns schon.

Wieder am CTG hat sich dann, ja natürlich, nichts getan! Ich hatte leichte Wehen aber nicht genug um die Geburt in Gang zu bringen. Also wurde alles getan um diese auszulösen. Wehentropf und Homöopathische Mittel gab es für mich.

Die Ärztin und die Hebammen rieten mir zu einer PDA, da es mit den Mitteln dazu kommen kann, dass die Wehen schnell heftiger werden. War für mich logisch, machen wir so.

Und natürlich ging es danach wieder ans CTG. Die Wehen wurden nicht viel stärker, dafür sind die Herztöne der Füchsin nicht so toll. So gegen 17 Uhr kam die Hebamme immer öfter nach mir und der Füchsin schauen. Der Muttermund hat sich nicht geweitet, es ging einfach nicht voran.

Sie machte mir wenig Hoffnungen und hat die Ärztin dazu geholt. Diese meinte, dass das CTG nicht berauschend aussehen würde.

Kaiserschnitt.

Mein persönlicher Horror. Ich wollte keinen Kaiserschnitt. Auch heute noch, bin ich etwas überwältigt von so vielen Gefühlen in diesem Moment. Ich war so enttäuscht, so lange hatte ich gekämpft und dann das.

Die Hebamme zog mir die sexy Thrombosestrümpfe an und wollte mich auf den OP vorbereiten. NEIN! Nicht mit mir. Die haben jetzt eine Ewigkeit an mit rum experimentiert und dann sowas. Ich wollte noch warten. Warten für mich.. nur kurz. Dieser Wunsch wurde mir erfüllt. Gegen 19 oder 20 Uhr dachte ich, irgendwas ist jetzt komisch.

„Schatz, hol mal die Hebamme, ich habe das Gefühl, ich müsste mal auf die Toilette.“

Der ist aber gerannt sag ich dir 🙂 Die Hebamme hat mich untersucht und stellte überrascht fest: 8cm ist der Muttermund offen. Es wird wohl doch eine spontane Geburt.

Dank der PDA hatte ich keine richtigen Wehen, nur einen Druck aufs Becken, war aber auszuhalten.

Am 16.07.2017 um 20:58 Uhr hatten wir sie endlich im Arm: die kleine Frau Fuchs.

Baby Füchsin gerade geboren

So perfekt, so voll mit Käseschmiere, so wundervoll.

Insgesamt habe ich eine Woche im Krankenhaus verbracht. Nie wieder würde ich mir oder meinem Körper so etwas antun. Ich denke, wenn es soweit ist, kommen die Mäuse von allein oder machen sich bemerkbar.

Für die, die es interessiert: ich hatte dann noch einen Dammschnitt. Gemerkt habe ich während der Geburt nichts. Die Ärztin fragte mich danach nur, ob ich etwas gespürt hätte und das ich einen Dammschnitte gemacht bekommen habe. War mir in diesem Moment auch völlig egal! Heute spüre ich auch keinen Unterschied zu vorher und hatte auch bei der Wundheilung, glücklicherweise, keine Probleme.

Ihr habt es überstanden, die drei Teile meiner Erfahrung der Geburt der Füchsin.

Erzählt mir doch eure Erfahrungen. Was habt ihr erlebt? War alles wie geplant? Spontan oder Kaiserschnitt?

Kuss auf die Nuss, eure

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