Stillgeschichte

Nadine & J

Ein Gastbeitrag von Nadine und J <3

Nadine habe ich im Geburtsvorbereitung kennengelernt. Sie ist ebenfalls aktiv in den sozialen Medien. (Instagram: @ein.maedchen.mit.hund ) Ich liebe Nadines Bilder und die Art, wie sie schreibt. Da meine Stillgeschichte eher einer kurzen Liaison gleich kommt und ich wohl kaum auf eine A4 Seite kommen würde, hat sie sich angeboten ihre Story mit J, ihr Sohn der ein paar Monate jünger ist als unsere Füchsin, aufzuschreiben. Ich hoffe, ihr findet ihren Bericht genauso interessant wie ich:

Zuerst einmal vielen Dank an Maria, dass ich hier meine (Ab-)/Stillgeschichte erzählen darf. Ich lese sowas selbst sehr gerne und als Maria mich gefragt hat, ob ich nicht auf ihrem Blog darüber schreiben möchte, musste ich gar nicht lange überlegen.

In der Schwangerschaft habe ich mir über das Stillen gar keine Gedanken gemacht. Stillen ist das Beste fürs Kind, also wird gestillt. Fläschchen hatte ich überhaupt nicht und Prenahrung würde ich auch nicht vorher holen, da ist die Versuchung dem Kind eben doch mal schnell ein Fläschchen zu geben einfach höher. Wenn das Kind, aus welchen Gründen auch immer, wirklich Pre braucht, gibt es im Notfall auch Apotheken, die Notdienst haben, oder die Klinik.

Ich habe 16 Monate gestillt. Sechs davon voll. Ich habe es geliebt zu stillen…. Nach ein paar Wochen jedenfalls. Die Stillberaterin im Krankenhaus war mir keine große Hilfe und hat, ganz im Gegenteil, mir unglaublich Druck gemacht, dass durch den Kaiserschnitt noch kein Milcheinschuss wäre und mein Kind nicht satt wird. Sie stand wirklich während meiner ersten Stillversuche mit dem Fläschchen dahinter. Für eine Neumami absolut verstörend und verunsichernd. Mein kleiner Mann war direkt nach der Geburt erstmal sehr trinkfaul und ich habe Stillhütchen bekommen, damit es für ihn einfacher wurde. Davon hatte ich bis zu diesem Zeitpunkt auch noch nie etwas in meinem Leben gehört. Verrückt.

Und ich bin wirklich 16 Monate dabei geblieben! Im Wochenbett hat meine Hebamme mir noch ein paar Mal gezeigt, wie er ohne trinken soll, aber J wollte nicht. Er hat dieses typische Cluster-Feeding die ersten Wochen konsequent durchgezogen, aus heutiger Sicht weiß ich, dass dieses Verhalten total normal ist, aber auch das hat mich verunsichert. Ich hatte die ersten Monate auch einfach nicht mehr die Kraft, ihm das Trinken umzugewöhnen. J war ein high-need-Baby und ich war froh, wenn an Schlaf in irgendeiner Form überhaupt zu denken war. Anderes Thema. Was mich ein bisschen bestärkt hat bei dieser Stillhütchengeschichte, war die Tatsache, dass es einer Freundin genauso ging, also scheinbar doch nicht so ungewöhnlich. Trotz allem habe ich das Stillen lieben gelernt. J hat es geliebt und er braucht nach wie vor unglaublich viel Nähe. Mein Plan war, diesen Winter über noch zu stillen und dann langsam abzustillen. Ich hatte es mir sehr schwer vorgestellt abzustillen, denn ich wollte seine Bedürfnisse auf keinen Fall übergehen. Ich muss dazu sagen, ich habe hauptsächlich nachts und zum Einschlafen gestillt. J isst super gut und für ihn ging es da wie gesagt wirklich um Nähe. Absolut nachvollziehbar, ein absolutes Grundbedürfnis, aber eben auch möglich, dieses Bedürfnis  anders zu erfüllen. Mein kleiner Mann kuschelt so gerne und braucht das einfach sehr. Er tankt dabei regelrecht auf und hat dann wieder Power für 10, der kleine Wirbelwind.

Abstillen musste ich dann, weil ich einfach dauerkrank war. Ich bin mit den Medikamenten, die einem in der Stillzeit zur Verfügung stehen, nicht mehr gesund geworden und hatte auch bei jeder Tablette ein schlechtes Gewissen meinem Baby gegenüber. Ich konnte mich einfach nicht mehr so um ihn kümmern, wie er es braucht. Ich habe mich schlapp und ausgelaugt gefühlt, gleichzeitig wollte ich ihm nichts wegnehmen und egoistisch sein, aber in diesem Punkt musste ich umdenken. Milch war bei mir eh nie wirklich viel vorhanden, eben wirklich nur das, was er noch „gebraucht“ hat. Stilleinlagen hatte ich höchstens zwei Wochen nach der Geburt. Danach waren sie bei mir einfach nicht notwendig. Gott sei Dank, ging das Abstillen dann so problemlos, ich hatte mir für das Abstillen im Frühjahr wirklich die schlimmsten Szenen ausgemalt, aber ich habe J wohl unterschätzt. Er hat es mir so einfach gemacht. Als ich ihn das letzte Mal gestillt habe, wusste ich nicht, dass es das letzte Mal sein würde. Das war gut für mich. Die nächsten Tage hat mein Mann viel aufgefangen und ihn auch ins Bett gebracht. Ich war ja sowieso krank und deshalb nicht ganz so nah an ihm dran wie sonst.

Es hat sehr gut geklappt und nach zwei Tagen konnte ich mich zum Einschlafen wieder zu ihm kuscheln und es war kein Problem. Im Gegenteil er hat sich so gefreut und auch gar nicht die Brust verlangt sondern einfach nur seine Mama.

Ich weiß, dass es bei vielen nicht so ein einfaches Ende der Stillbeziehung gibt, hier war es absolut traumhaft und seitdem schläft er in seinem Zimmer und wenn nichts ist ( irgendwas ist ja immer 😉 ) schläft er durch (auf Holz klopfen). Wie so vieles, hätte ich auch das nie erwartet!


Und zum Schluss der obligatorische Satz, vollkommen egal ob Fläschchen oder stillen, wir alle lieben unsere Kinder und wollen das Beste für Sie und jede Mama macht es für ihr Kind genau richtig!

Vielen Lieben Dank, Nadine und natürlich klein J, für euren Einblick in eure ganz besondere und enge Beziehung. Gern mehr davon, vielleicht ein Geburtsbericht?! 😉 😛

Mich würden eure Stillgeschichten interessieren. Liefen diese ähnlich ab wie bei Nadine oder hatte ihr Probleme? Habt ihr überhaupt gestillt?

Kuss auf die Nuss, eure

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2 Kommentare zu „Stillgeschichte

  1. Lieb, dieser Bericht! Erinnerte mich aber wieder einmal daran, wie kompliziert alles bei der ‚Krone der Schöpfung‘ ist. Abgesehen davon, dass sie keines Kaiserschnitts bedürfen, macht so ein Affen- Baby z.B., seiner Mutter sicher nicht soviel ‚Kopfweh‘. Die brauchen keine Stillberater und Hütchen, ‚müssen‘ auch nicht abgestillt werden und haben dennoch solange die Mama – sogar 24 Stunden pro Tag am Körper! – wie sie wollen … 😉
    In diesem Sinn: Liebe Grüße und
    paradise your life!

    1. Ja das Leben ist kompliziert.Einfach kann ja Jeder:-) und das es Stillberater und Stillhütchen gibt ist doch gut. Ja der Gedanke sein Kind 24 Stunden bei sich zu haben ist toll,aber leider in unserer schnell lebigen Gesellschaft kaum möglich. Ich habe es die ersten Monate allerdings getan.Er hat auf mir geschlafen,gegessen, geatmet🙌 Und auch heute haben wir eine unsagbar enge Beziehung aber,die leider häufig nicht verstanden wird.
      Aber zu deinem Kommentar bezüglich Kaiserschnitt muss ich dir ganz klar widersprechen.Eine Sectio kann Leben retten! Was mich interessiert,wie viele Kinder hast du und wie ist deine Stillgeschichte?
      Lg Nadine

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